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Spindeltreppe und Wendeltreppe – ein feiner Unterschied

von Patrick Hof

Viele verwenden die Begriffe „Spindeltreppe“ und „Wendeltreppe“ synonym: In beiden Fällen handelt es sich um schraubenförmige Treppenarten, genau genommen enden damit aber die Gemeinsamkeiten. Worin die genauen baulichen Unterschiede liegen und für welche Einsatzbereiche sich die jeweilige Treppenform eignet, lesen Sie im Folgenden.

Wendeltreppen: Spiralförmig mit offenem Auge

Wendeltreppe mit offenem Treppenauge

Als Wendeltreppen bezeichnet man verschiedene Varianten gebogener Treppen, deren kreis- oder ellipsenförmiger Lauf sich mindestens einmal vollständig um sich selbst dreht. Erstmals wurden sie im antiken Brunnenbau eingesetzt: Dabei ragten Trittsteine aus der Schachtwand heraus und führten um ein offenes Zentrum herum.

An modernen Wendeltreppen lässt sich dieser Ursprung noch ablesen: Die Treppenstufen „wendeln“ sich um das sogenannte Treppenauge, einen offenen Raum in der Mitte herum, nach oben. Die Last liegt meist auf den Wangen, gelegentlich auch auf Holmen unterhalb der Stufen – und auch das Geländer dient oft zum statischen Lastabtrag.

Unzählige Variationsmöglichkeiten

Laufbreite sowie die Größe des Treppenauges sind im Prinzip unbegrenzt, auch sehr ausladende und repräsentative Treppenformen und ein Zwischenpodest sind möglich. Als Faustregel gilt: Je größer das Auge, desto flacher laufen die Stufen zu – und desto bequemer und sicherer ist das Treppensteigen. Je nach Konstruktionsweise als

unterstreichen Sie die moderne, puristische oder extravagante Wirkung der gewendelten Form. In der Regel verläuft eine Wendeltreppe einläufig; der Treppenbau kennt aber auch doppel- bzw. gegenläufige Varianten in Form einer Doppelhelix. Sowohl bei der Stahltreppe als auch bei der Holztreppe sind die Auftritte um jeweils 180° versetzt, wodurch sich ein komplexer Grundriss ergibt (eines der ältesten Beispiele befindet sich im Augsburger Kastenturm).

Spindeltreppen: Zentral abgestützte Raumspartreppe

Spindeltreppe mit zentraler Stütze

Bei der Spindeltreppe handelt es sich genau genommen um eine Sonderform der Wendeltreppe: Bei dieser (meist runden) Treppenart sind die Stufen an einer innen liegenden Spindel bzw. Säule befestigt, die für Stabilität sorgt; ihre Form erinnert an eine Schraube. Dadurch sind sehr kleine Treppengrundrisse möglich, weshalb Spindeltreppen unter anderem auch zu den Raumspartreppen zählen.

Bei einer Außentreppe greift man meist auf Stahltreppen zurück, im Fall von Wohnhaustreppen sind Stahltreppe und Holztreppe gleichermaßen gebräuchlich. Ihr großer Vorteil: Aufgrund standardisierter Maße sind sie als preisgünstige Fertigtreppen erhältlich; dennoch lassen sie sich durch verschiedene

  • Stufenausführungen
  • Geländer
  • Handläufe

nahezu beliebig individualisieren und an Ihren Einrichtungsstil anpassen.

Ideal als zusätzliche Treppe

Da Antritt und Austritt einer Spindeltreppe nahezu übereinander liegen, überwinden sie eine Geschosshöhe platzsparender als mit jeder anderen Treppe. Daher kommen sie im Außen- und Innenbereich überall dort zum Einsatz, wo nur begrenzt Raum zur Verfügung steht, z.B. als

  • Treppen beim Dachausbau
  • Geschosstreppen, die frei im Wohnraum stehen
  • Fluchtweg, auch für denkmalgeschützte Gebäude.

Als Verkehrsweg zur regelmäßigen Benutzung (sogenannte „notwendige Treppen“) sind sie jedoch nicht geeignet: Da die Trittstufen zum Zentrum hin schmaler werden, verengt sich die Lauflinie, d.h. Sie können nicht die gesamte Stufenbreite sicher nutzen.

Gewendelt: Platzsparend und elegant gleichermaßen

Unabhängig davon, ob Sie nun Spindeltreppe oder gewendelte mit Podest: Durch die geschwungene Form der Wendelung bestechen beide Treppentypen durch ihr elegantes Erscheinungsbild, das jedem Raum das „gewisse Etwas“ verleiht. Und mit dem passenden Handlauf und Geländer werden die gewendelten Treppen zum echten Blickfang!

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