Grundlagen für die Treppenplanung von Stadler Treppen

von Patrick Hof

Gute Planung ist bekanntlich die „halbe Miete“ - natürlich auch bei der Treppenplanung. Eine falsch geplante Treppe rückwirkend umzubauen ist mit enormem Aufwand und Kosten verbunden. Deswegen ist es wichtig, dass Sie sich bereits im Vorfeld Gedanken darüber machen, welchen Verwendungszeck und Standort Ihre Treppe haben soll.

Da unterschiedliche Treppenkonstruktionen wie Wohnhaustreppen, Außentreppen und Industrietreppen völlig unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen haben, ist die allererste Entscheidung, die es zu fällen gilt, wo die Treppe zukünftig steht und welchen Belastungen sie dabei ausgesetzt wird. Im Folgenden konzentrieren wir uns auf Wohnhaustreppen und geben Ihnen wertvolle Tipps und Planungsgrundlagen, die Sie bei einer Wohnhaustreppe beachten sollten.

Tipp 1: Platzangebot präzise messen 

Planungsgrundlagen für Treppen

In Schritt 1 geht es darum den Platz zu ermitteln, der für die Treppe zur Verfügung steht. Damit Ihre Treppe in Ihr Haus oder Ihre Wohnung passt und sich harmonisch in die Architektur einfügt, sollten Sie beim Vermessen äußerste Präzision walten lassen. Oftmals ist der Treppengrundriss schon durch das vorhandene Platzangebot vorgegeben. Verschiedene Treppenformen haben einen unterschiedlichen Flächenbedarf. Auf unserer Webseite haben wir die gängigsten Aussparungsempfehlungen für Sie zusammengestellt.

Stadler Profi-Tipp: Gehen Sie beim Ausmessen der Grundfläche äußerst präzise vor und wiederholen Sie den Messvorgang mehrere Male. Es bietet sich an, das vorhandene Platzangebot mit einem Laser zu vermessen, welcher genauere Ergebnisse liefert als ein Zollstock. So vermeiden Sie Messungenauigkeiten und stellen sicher, dass Ihre Treppe perfekt passt. Da wir Wohnhaustreppen passgenau nach Ihren Vorgaben fertigen, spielt jeder Zentimeter eine Rolle. Aus diesem Grund erledigen unsere Außendienstmitarbeiter gerne diese heikle Aufgabe für Sie.

Tipp 2: Das optimale Steigungsverhältnis

Das Steigungsverhältnis einer Treppe bestimmt deren bequeme und sichere Begehbarkeit maßgeblich. Der Berechnung des Steigungsverhältnisses liegt eine mittlere Schrittlänge einer erwachsenen Person, die auf der Anatomie des Menschen beruht, zugrunde. Sie ist in der Treppen-DIN 18065 mit 590 bis 650 mm definiert. Da sich die Schrittlänge beim Treppensteigen um das Doppelte der Steigungshöhe verkürzt, verändert sich somit auch die Auftrittstiefe. Die Steigung wird als Quotient z.B. 170/290 angegeben, wobei die erste Zahl die Antrittshöhe und die zweite Zahl die Auftrittstiefe wiedergibt.

Das Steigungsverhältnis lässt sich auf alle Treppen übertragen und kann mit 3 verschiedenen Formeln berechnet werden:

  • Schrittmaßregel:  2 Steigungen + Auftritt = Schrittmaß oder 2s + a = 590 bis 650 mm
  • Bequemlichkeitsregel: Auftritt - Steigung = 120 mm oder a - s = 120 mm
  • Sicherheitsregel: Auftritt + Steigung = 460 mm oder a + s = 460 mm

Während die Berechnung gemäß Sicherheits- und Bequemlichkeitsregel optional ist, schreibt die Treppen-Din die Planung gemäß der Schrittmaßregel verbindlich vor.

Stadler Profi-Tipp: In der Praxis hat sich ein Steigungsverhältnis, das alle 3 Regeln einhält, als besonders angenehm herauskristallisiert. Treppen, die nach diesen Vorgaben geplant werden, weisen die geringste Unfallgefahr auf und sind im gesamten europäischen Raum verbreitet.

Tipp 3: Die richtige Laufbreite finden

Überblick TreppengrößenDamit Ihre Treppe bequem zu begehen ist und Personen, die aus gegenseitigen Richtungen kommen, sich nicht in die Quere kommen, ist die Laufbreite bei der Planung zu berücksichtigen. Die Treppen-DIN unterscheidet hier zwischen der konstruktiven Treppenlaufbreite, die die gesamte Konstruktionsbreite des Treppenlaufs beschreibt, und der nutzbaren, welche die für die Benutzung maßgebliche Breite der fertigen Treppe beschreibt. Begrenzende Elemente wie Geländer, Handlauf oder Wände werden hier abgezogen. Für baurechtlich notwendige* Wohnhaustreppen schreibt die Norm eine Auftrittsbreite von mindestens 80 cm verbindlich vor, welche mit einer optimalen Lauflinie einhergeht.

Tipp 4: Treppendurchgangshöhe berücksichtigen

Die passende Durchgangshöhe zu berücksichtigen sorgt dafür, dass Ihre Wohnhaustreppe von Personen unterschiedlicher Körpergröße genutzt werden kann. Die Treppendurchgangshöhe ist in der Treppen-DIN schwerverständlich definiert. Vereinfacht dargestellt beschreibt sie den senkrechten Abstand der Trittstufen zu darüberliegenden Elementen wie einem weiteren Treppenlauf, Decken, Balken oder Dachschrägen. Notwendige* Gebäudetreppen müssen gemäß DIN-Norm eine minimale Durchgangshöhe von 200 cm aufweisen.

Stadler Profi-Tipp: In der Praxis hat es sich bewährt, über das verbindliche Mindestmaß hinauszugehen. Da sich die Anatomie des Menschen fortlaufend weiterentwickelt und die durchschnittliche Körpergröße steigt, sollten Sie Ihre Treppe mit einer Durchgangshöhe von mindestens 210 cm planen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Wohnhaustreppe auch in Zukunft bequem genutzt werden kann.

Tipp 5: ausreichende Treppenbeleuchtung einplanen

Treppenbeleuchtung

Damit Ihre Treppen zu jeder Tageszeit sicher zu begehen sind, ist es unumgänglich, für ausreichende Beleuchtung zu sorgen. Versuchen Sie daher möglichst viel natürliches Sonnenlicht zu nutzen, was auch dabei hilft, Kosten für künstliche Beleuchtung zu reduzieren. In Abhängigkeit vom Standort der Treppe gelingt Ihnen dies durch den Einbau großer Fenster, Lichtbalken oder Schlitzfenster. Da notwendige* Treppen im Gefahrenfall als Fluchtweg fungieren, müssen Sie Ihre Treppenräume zusätzlich mit einer künstlichen Beleuchtung ausstatten. Der gesamte Treppenlauf einschließlich der Handläufe ist mit einer angemessenen Beleuchtungsstärke auszuleuchten. Das sorgt einerseits für ein sicheres Gefühl beim Begehen und ist andererseits gemäß Treppen-DIN zwingend erforderlich.

Stadler Profi-Tipp: Achten Sie darauf, blendfreies Kunstlicht zu installieren, das nicht für eine zusätzliche Ablenkung sorgt. Energiesparende LEDs und passive Leuchtobjekte wie z.B. reflektierende Leuchtstreifen helfen dabei, Ihre Energiekosten zu reduzieren. Außerdem bietet es sich an, eine batteriebetriebene Notbeleuchtung zu installieren, damit Sie während eines Stromausfalls nicht im Dunkeln tappen müssen.

Treppenplanung erfordert viel Erfahrung und Knowhow

Wie Sie sehen, gibt es bei der Planung einer Treppe viele Vorschriften zu erfüllen und sämtliche relevanten Faktoren zu berücksichtigen. Deshalb sollten Sie die Planung Ihrer Wohnhaustreppen lieber von einem Experten durchführen lassen. Aufgrund unserer jahrzehntelangen Erfahrung im Treppenbau haben wir das nötige Fach- und Praxiswissen, um Ihre Treppe vorschriftsgemäß, sicher und bequem zu gestalten. Kontaktieren Sie Ihren Treppenfachmann vor Ort und lassen Sie sich eingehend beraten!

 

* Treppen, die gemäß Bauordnungsrecht als Bestandteil des Rettungsweges zwingend erforderlich sind

Bild 1: kange_one – Fotolia.com

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